Veganes Leben für den Blogger-Erfolg? – Schein und Sein

Hallo ihr Hübschen, es ist wieder einmal Zeit für einen Gedanken-Post. Dieses Mal nicht zum Thema Fashion oder Beauty, sondern es soll heute um das Thema Ernährung gehen – zumindest ansatzweise. Im Netz gibt es immer wieder Trends, die sich verbreiten. Sei es die aktuell roségoldene Dekoration fürs eigene Heim, der neuste Zara Mantel oder die bekanntesten Duftkerzen. Jeder kennt sie, jeder schreibt darüber und jeder besitzt ein Exemplar davon zu Hause oder hat es zumindest auf die Wunschliste gesetzt. Diese Trends verbreiten sich wie ein Lauffeuer. Ebenso könnte man den „Vegan-Trend“ dazuzählen, oder nicht? Immer mehr Menschen leben vegan, die Food-Blogger steigen auf vegane Rezepte um und auf Instagram wird nur noch gezeigt, was gut aussieht. frühstück-1Ich will nicht behaupten, dass veganes Essen nicht schmeckt. Ganz im Gegenteil – ich durfte bereits die Erfahrung eines komplett veganen Menüs machen und war begeistert. Meine Meinung dazu könnt ihr in meinem Post zum veganen Essen im Amano Verde in Düsseldorf nachlesen. Es war ungewohnt, aber wirklich abwechslungsreich und lecker.

Food-Beiträge zwischen Schein und Sein

Ich selbst esse kaum Fleisch und könnte problemlos als Vegetarierin leben. Wie gesagt, mit diesem Post möchte ich mich nicht gegen die vegetarische oder vegane Lebensweise aussprechen, sondern es soll um das Thema „Schein und Sein“ in diesem Zusammenhang gehen. Instagram strotzt nur so vor den schönsten Food-Fotos, auf Youtube werden Food-Diarys gehyped. Schaut man genauer hin, findet man nur selten Blogger, die bei einem solchen Tagebuch Burger, Pommes & Co in die Kamera halten. Ich frage mich immer wieder: Wird hier eine gesunde Scheinwelt vorgespielt, um dank des „Vegan-Trends“ erfolgreich zu sein oder ist dies tatsächlich die Einstellung des Bloggers?

Es scheint, als würden immer mehr auf den „Vegan-Zug“ aufspringen. Nicht aus Überzeugung, sondern um im Trend zu sein und mitsprechen zu können. Wer kennt nicht die beliebten Bücher „Vegan for fit“, „Vegan for fun“ oder „Vegan for youth“? Mittlerweile sind diese bekannt und in vielen Haushalten wiederzufinden. Aber werden sie wirklich genutzt? Oder wurden sie nur gekauft, um sagen zu können, dass man sie ebenfalls zu Hause hat?

Veganer Lifestyle – nicht nur im Food-Bereich

Nicht nur im Food-Bereich hat der „Vegan-Trend“ eingeschlagen. Auch immer mehr Beauty-Produkte und sogar ganze Beauty-Boxen werben damit, vegan zu sein. Denkt man wirklich einmal darüber nach, was das bedeutet, stellt man fest, dass es durchaus positiv ist, sich mit solchen Produkten auseinanderzusetzen. Ich kann viele dieser Produkte mit gutem Gewissen kaufen. Im Alltag wird darauf jedoch tatsächlich selten geachtet. Jeder, der sich wirklich mit dem Thema „veganes Leben“ auseinandergesetzt hat, sollte nicht nur in einem Bereich darauf achten, sondern sich tatsächlich komplett danach ausrichten.

Veganes Leben vor der Kamera

Warum ist der vegane Lifestyle so im Trend? Er scheint gesund zu sein, sieht meist gut aus und macht viel Eindruck. Ich möchte nicht leugnen, dass auch ich schon das ein oder andere Mal etwas zubereitet habe, nur um es im Anschluss instagramtauglich zu servieren und zu fotografieren. Ob ich darauf in diesem Moment wirklich Hunger hatte, spielt für das Foto keine Rolle. Aber was habe ich davon, wenn ich dieses Leben nur vor der Kamera führe? Es ist nichts verwerflich daran, auch einmal in einen Burger zu beißen, sich beim Grillabend ein leckeres Steak zu gönnen oder für das Sonntagsfrühstück Rührei zuzubereiten. Jeder mag seine eigene Meinung haben und das ist auch gut so, aber wozu soll ich mich verstellen? IMG_8508Es ist in Ordnung, die schönsten Gerichte auf Instagram zu präsentieren. Es ist abwechslungsreich, auch einmal vegane Gerichte zu kochen und zu probieren und es ist wunderbar, wenn man sich um seine Ernährung bemüht und einen gesunden Lebensstil bevorzugt. Aber mal ehrlich – ab und an muss es einfach auch mal so richtig fettig und ungesund sein, oder nicht?

Wer wirklich vegan lebt, soll sich von mir nicht angegriffen fühlen. Ich finde es beachtlich, wenn man es schafft, sein Leben danach auszurichten und dafür brennt. Ich würde niemals etwas gegen Vegetarier oder Veganer sagen. Sie wissen, was sie tun und sie haben sich dafür entschieden, weil es für sie der richtige Weg ist. Viele Menschen müssen sich jedoch dazu zwingen, Tag für Tag einen solchen Lifestyle zu befolgen oder sie sind nur halbherzig bei der Sache. Warum? Muss man sich in unserer heutigen Gesellschaft wirklich so verstellen, nur um einem Trend zu folgen? Und warum dürfen wir im Netz nicht sein, wie wir wirklich sind? Schein oder Sein – ich entscheide mich für die Wahrheit. Und ihr?

Lea

Dieser Post greift das Thema „veganes Leben“ sowie „Schein und Sein in der Bloggerwelt“ nur am Rande auf. Tatsächlich könnte man noch viel weiter ausholen, sodass es mit Sicherheit noch den ein oder anderen Post dazu geben wird.

5 Comments

  • Laura sagt:

    hey 🙂 ein wirklich sehr interessanter text. ich stimme dir in vielen punkten zu. ich finde es auch absolut okay sich vegan, vegetarisch, paleo, low-carb, nur von bananen usw zu ernähren – jeder wie er mag. aber ich finde es auch sehr wichtig, dass man es aus überzeugung macht, nicht weil man den eindruck hat, nicht auf diesen lifestyle aufzuspringen würde den sozialen untergang bedeuten. ich hab vor ein paar jahren mal eine zeit lang versucht, „vegetarierin zu sein“ – im nachhinein völlig ohne wirkliche überzeugung. es war auf einmal total populär und ich dachte „cool, ich will auch“. ist aber ziemlich daneben gegangen. dann wurde mir klar, hey ich kann so wenig fleisch usw essen wie ich lustig bin – warum sollte ich mich deswegen „vegetarierin“ nennen müssen? ich muss mich durch mein essverhalten doch nicht automatisch einer gruppierung/bewegung anschließen? mit dieser einstellung bin ich seither super gefahren.
    abgesehen von dem allen, würde ich als echte vegetarierin oder gar veganerin verhungern, weil ich sehr wenig getreide esse. da bleibt nicht viel übrig 😀

    liebe grüße

  • Ein echt interessanter Beitrag! Mir geht es im Prinzip wie dir, ich esse nicht viel Fleisch und könnte bestimmt eine Weile gut ohne leben. Eine komplett fleischlose Ernährung wäre aber insgesamt wohl nix für mich, denn dafür esse ich einfach viel zu gerne mal ein gutes Steak, oder auch einen Burger..:) Es gibt mit Sicherheit viele, die vegane Rezepte hochladen, da sie sich so mehr Klicks erhoffen, als mit einem Rezept für einen Burger. Ich folge auch aber auch ganz vielen tollen Foodbloggern, die richtig gute Rezepte hochladen, die Fleisch enthalten oder „nur ganz normal vegetarisch“ sind. Lustigerweise sind das aber meistens Blogger aus den USA, wo der vegane Trend ja eigentlich herkam…..:p

    xx, Vanessa

  • Vanessa sagt:

    Den Text hast du unglaublich gut geschrieben und er ist sehr interessant. Ich kann dir in deinen oben genannten Punkten nur zustimmen. Wünsche dir einen schönen Nachmittag. 🙂 <3
    Liebst,
    Vanessa

  • Toller Beitrag! Ich finde es auch nicht richtig etwas „online zu leben“, was man offline gar nicht ist. Wie du schon schreibst ist es nicht so wichtig für was man sich entscheidet, sondern viel mehr, dass man zu sich selber steht und offen und ehrlich ist!

    LG

  • Stimme absolut zu! Das denken wir auch in unserem Café. Alles mit Herzen und jeder für sich. Vorallem beim Essen sollte man kein schlechtes Gewissen mit ins Spiel bringen, sonst geht das nach hinten los.
    Interessanter Beitrag, danke!

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